Sarahs Roof



Sarahs Roof, ursprünglich hochgeladen von Kraetzsche

Aussicht vom Feinsten.

Schöne Vorweihnachtszeit wünsche ich…

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Was – Wie – Wann – und überhaupt Wozu!

Das hier wird keine Hasstirade, auch kein Gejammer, und nein, auch nix Ähnliches in die Richtung. Einfach das Aufsummieren der Dinge und Gedanken, die meinen Kopf und auch mein Herz beschäftigen. Dieser Kreis, den der Teufel schuf, des sich ewig-Drehens um das goldene Kalb der Erfüllung, nach der sich viele, und auch ich sehnen.

Der Spanische ist offen und schmeckt, garniert mit italienischem Hartkäse fetzt das richtig im Mund. Und das Ganze lockert die Zunge, die Gedanken und lässt besser reflektieren, denk ich 😉

Wie ist das? Auf der Suche nach dem Perfekten, dem Maximum, dem Optimalen, dem „100%-Moment“? Wie fühlt sich dieser Moment an? Wie erreicht man den? Ist der überhaupt in Reichweite? Ist die Frage entscheidend für meine oder irgendjemanden Existenz? Ich glaube kaum.
Nachdem ich in den letzten Monaten und Jahren soviel dummes und kluges Zeug über das Thema „der, die, das Richtige und der perfekte Weg zum maximalen Glück im Leben“ gesehen, gelesen und gehört habe, gebe ich meine bescheidene Meinung nun auch zum Besten. Das schöne an einem kleinen unbekannten Blog ist doch, dass sich am Ende nur 5 Leute hierher verirren und kopfschüttelnd den Tab schließen werden. Ausgezeichnet! Umso besser kann ich mit mitteilen 🙂

Ich mache diese Ereignisse nicht an einem bestimmten Alter fest. Egal, ob man 18, 25, 31 oder 185 ist, wer sucht, der sucht und bleibt ein Suchender, wird aber eher weniger zum Finder. Schon gar nicht wird er gefunden werden, von dem, wonach er sucht.
Ein schönes Zitat sagt „Der Tourist zerstört das, was er sucht, indem er es findet“. Bezogen auf die Suche nach dem richtigen Menschen im Leben könnte man also scherzhaft abwandelnd sagen „Der Single macht sich uninteressant für die, die er sucht, indem er sich anbietet“.

Darauf einen Wein!
Und ich wage eine These: Mit zunehmenden Alter wird das Ganze eher schwieriger als leichter. Nicht, weil man irgendeine Panik vor dem lebenslangen Alleinsein schiebt, nein, es ist eher die Angst vor dem Zugang zu anderen Menschen. Sich selber zu öffnen fällt einem in jüngeren Jahren leichter, blind, ein wenig naiver, einfach offen für neue Kontakte, neue Menschen, mit einem Lachen und ohne Gedanken an eventuelle Verletzungen. Je älter man wird, je mehr auch die gesammelten Erfahrungen einen Grundstock an Verhaltensmustern bilden, die einen nach (leider) dem immer gleichen Schema auf Menschen zugehen lässt, umso vorsichtiger wird man, wenn man sich an Neues wagt. Wer sich an seinen ersten Flug erinnern kann, an diese Gefühl aus 99% Neugier und 1% Angst und Respekt, und wer sich dann an seinen letzten Flug erinnert, der vielleicht erst vor kurzem war, der weiß vielleicht, was ich meine. Jedes Geräusch, jede Veränderung und Abweichung von der Norm (die man nur nach den eigenen gemachten (Flug-)Erfahrungen machen kann) beunruhigt einen mehr als jedes Juchzen, welches eine kleine Turbulenz vielleicht beim noch ersten Flug ausgelöst hatte. Superb, sind wir also schon bei diesem Punkt meiner absolut bestechenden Argumentationskette angekommen. Beim Überfliegen merke ich, dass ich auf jeden Fall einen weiteren Spanischen vertragen kann. Cheers!

Wo wir schon beim genauen Prüfen und Bewerten von Menschen und Situationen sind. War das schon immer so, oder ist das eine Erscheinung der Neuzeit, dass man mit nichts zufrieden sein kann und hinter jeder Ecke noch etwas Besseres vermutet? Genau das ist in meinen Augen des Pudels Kern vom Suchen und Finden der Liebe. Genau! Ich nähere mich einem Menschen, von dem ich nach erster und eventuell auch eingehender Prüfung weiß, dass er vielleicht 80% meiner internen Bewertungsskala für den perfekten Partner erfüllt. Ich nähere mich also, aber bin mir gleichzeitig bewusst, dass hinter dem Haus, vor dem ich gerade mit diesem Menschen stehe, eine unbekannte Person stehen könnte, bei der eventuell, aber nur im äußerst seltenen Glücksfall, 90% meiner Skala erreicht werden könnten.

Konsequenz aus diesem Wissen um die unbeschränkten Möglichkeiten der heutigen Zeit? Ich lege mich nicht fest, ich lasse mich nicht komplett ein, ich halte mich und die 80%-Person in der Schwebe. Solange ich noch nicht 100% erreicht habe, heißt das aber nicht, dass ich alleine sein muss. Nein, 80% so für zwischendurch, quasi für den Garten sind doch auch ganz passabel. Ein Phänomen der heutigen Zeit, oder liege ich da falsch?

Hat sich unsere Elterngeneration auch schon so verhalten? Hatten sie nur keine (Aus-)Wahl? Wurden ihnen ihre Partner von höchster Stelle zugewiesen? Wenn ja, dann ist diese wichtige Information über das Liebesleben der 60er und 70er Jahre bei mir nicht angekommen. Nein, vielleicht waren sie einfach zufrieden mit 70% oder 80% und haben daran gearbeitet, die fehlenden Prozente noch aus der gemeinsamen Zeit zu kitzeln. Oder eben auch nicht. Jahrelange Monogamie ist vielleicht auch keine Lösung, aber das ist ein anderes Thema.

Kurzum, dieses Sich-nicht-festlegen-wollen-oder-können stinkt mir gewaltig. Warum? Weil ich mich festlegen mag! Schlimm? Bin ich damit allein, oder einfach nur blauäugig in einer Welt der Wechselspiele? Oder bin ich einfach zu alt (ich denke nicht, oder hoffe es zumindest). Und Rainald Grebe singt über 30-jährige Pärchen. Ja, verdammt, die kenn ich auch zur Genüge. Zu solchen weinseeligen Kuschelrunden mit Fondue oder Raclette sind 30-jährige Singles eher selten eingeladen, und das ist auch gut so. Und warum? Weil einem sonst eh nur das (berechtigterweise) schöne Leben vorgeführt wird, wonach man selber vielleicht schon länger sucht.

Und damit sind wir bei der Lösung. Dieses Suchen, das ist es. Man sieht es den Suchenden an, dieses manchmal prüfende, manchmal verzweifelte Umherschauen und Bewerten einer jeden Situation, in der potentielle Partner zugegen sein könnten. Und das ist der Trick. Eben genau das nicht zu tun. Leichter gesagt als getan. Entweder man spritzt sich alles intravenös, was die homöopathische Abteilung des Reformhauses hergibt, oder man lernt sich selber nicht so wichtig zu nehmen. Autogenes Training wird da empfohlen. Was ist das eigentlich? Aber ja, das ist schon eine Möglichkeit. Entspannte, durchs Leben tigernde Menschen, die in sich selbst ruhen, in dem Gewissen, den Partner vielleicht schon gefunden zu haben (vielleicht auch der mit nur 80% Perfektionsgehalt), wirken einfach anders als auf-der-Suche-Singles, die anders abstrahlen. Verdammt, diese graue Theorie ist das Eine, aber an der praktischen Umsetzung scheitert es eben häufiger.

Erschreckend, dass jeder und auch ich eigentlich genau weiß, wie man es anstellen sollte, um dem letztendlichen Finden näher zu kommen. Das bremsende Element allein ist der eigene (Dick-)Schädel, der es nicht immer zulässt, dass man entspannt, beinahe cool überlegend in Situationen schlittert, aus denen man am Ende als Gewinner des Abends, Arm im Arm mit der bezauberndsten Person, hervorgehen wird. Jaja, nüchterne Analyse sieht anders aus. Cheers!

Und ja, ich war nah dran, näher an den 100% als an den 80%. Aber wie das Leben so spielt, war eben nicht mein Gegenüber genug sondern eher ich. Auch das lässt einen natürlich nicht optimistischer auf die nächste Situation schauen. Auch dafür gibt es eine ganz einfach wie klare Antwort. Um überhaupt soweit denken und fühlen zu können, damit man weiß, dass der Mensch der oder die Richtige sein könnte, muss man zwangsläufig etwas preisgeben, sich entblößen, sich verletzbar machen. Um etwas zu bekommen, musst du etwas geben, richtig? Und dadurch bleibt beim Versagen oder beim Weiterziehen des Anderen ohne die eigene Person entweder eine Wunde oder später eine Narbe zurück, die einen schmerzhaft an das Erfahrene erinnert, wenn man das nächste Mal überlegt, mehr von sich zu geben, als man sollte. Faszinierend, wie bekloppt wir Menschen doch sind. Prinzip Kleinkind-Herdplatte! Nein, nicht machen, ist heiß! Patsch! (Gejammer!)

Nun gut, ich glaube, es ist angekommen, was ich  unter Zuhilfenahme von spanischem Traubensaft einfach loswerden wollte. Ich werde dieser Flasche jetzt den Garaus machen, ein für allemal. Und danach dem Wein 😉

Vier Inseln für zwei Prinzen

Ausflug zum Zweiten!

Und zwar dahin, wo man sich aus Istanbul hin verzieht, wenn einem Krach, Lärm und Hektik zuviel geworden sind. Der Stadt vorgelagert liegen die Prinzeninseln, eine Ansammlung von kleinen Flecken Land, auf die in der Geschichte die Brüder des Regenten verbannt worden, wenn sie nicht gleich gemeuchelt worden sind. So ist der Name entstanden, hätten wir das geklärt 😉

Die Fähre von Kabatas bringt einen in circa einer Stunde zur ersten Insel, das Ganze für einen Jeton zu 5 TL (ungefähr € 2,50). Und wir haben es heute sogar nur eine Stunde nach der geplanten Zeit zur Fähre geschafft, man will sich ja nicht stressen lassen.

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Rausgepickt aus der reichhaltigen Auswahl haben wir uns Burgazada und Büyükada, die Leiseste und die Trubeligste der Inseln. Autoverkehr gibt auf keiner der Inseln, abgesehen von Golfcars und Pedelecs, was entspanntes Spazieren auf der Straße ermöglicht.

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Über Burgazada führt eine Straße, auf der man beinahe die gesamte Insel umrunden kann, nur gestört von vielen freilaufenden, bettelnden Hunden (Tierschützer würden sich hier freuen) und Katzen, die man beinahe an jeder Ecke antrifft. Ansonsten ist es einfach nur großartig ruhig, mediterran und entspannt. Kleine Eidechsen, die sich auf der Straße sonnen und hier und da mal ein Inselbewohner.

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Die Ruhe und die Natur sind ein irrer Kontrast zu Istanbul, welches nicht nur in Sichtweite liegt sondern dabei auch noch seine unfassbare Größe offenbart. Diese Stadt ist ein Moloch, und das ist positiv gemeint.

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Was auf allen Inseln ganz vorzüglich funktioniert, ist die Nahrungsaufnahme von allem, was das Meer hergibt. Unzählige Restaurants findet man vor allem auf Büyükada, welches seinerseits einen hektischeren Kontrast zur Schwesterinsel Burgazada bietet. Die Mehrzahl der Tagesgäste steigt dort aus und zu und verwandelt die Insel im Zentrum in ein touristisches Zentrum.

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Trotzdem findet man richtige Schätze auf Büyükada, wenn man sich für Architektur interessiert. Die Prinzeninseln sind im Sommer sicher stärker frequentiert als jetzt und jedes Haus, bei welchem im Moment schon wieder die Farbe abblättert, ist dann bewohnt und ein Wochenendziel für Bessersituierte aus der Stadt. Der Stilmix hat uns beeindruckt. Von der einfachen Bretterbude, die wie aus dem mittleren Westen der USA der 1890er wirkt bis hin zur mondänen, weißen Villa ist auf Büyükada alles zu finden.

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Malerische kleine Alleen wechseln sich mit beschaulichen Plätzen ab, man muss nur weit genug vom Zentrum entfernt sein.

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Man kann und muss definitiv einen Tag für die Inseln einplanen, denn sie stehen im starken Widerspruch zur Großstadt und bieten genau das, was einem nach gewisser Zeit in Istanbul fehlt: Ruhe 🙂

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Ein Tag Kultur muss auch mal sein

Es ist Wochenende in Istanbul, das heißt, zu den ganzen Touristen aus aller Welt gesellen sich auch die Einheimischen auf der Suche nach Entspannung. Das haben wir heute auch gemerkt.

Da wir im Vorfeld auf die Lektüre jeglicher Reiseführer verzichtet hatten, war uns auch der beste Weg per ÖPNV zu den wirklichen Sehenswürdigkeiten Istanbuls nicht klar. Solange wir aber zwei gesunde Beine haben, benutzen wir eben die. Langes Ausschlafen musste aber sein, wir haben ja Urlaub.
Anschließend Fleischzufuhr in Form eines Brunchs, um die Kraft für den Tag zu tanken. Matt hat sich gefreut, direkt nach dem Aufstehen gleich was verklappen zu dürfen.

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Unser Weg führte uns durch unser Viertel, Beyoglu, runter zur Galatabrücke, auf der schon am frühen Nachmittag zahlreiche Angler auf Sprottenfang waren. Auch so eine Vater- und Sohn-Kiste hier, wie wir festgestellt haben. Danach durch Verkehrgewühl, links abgebogen, in Richtung Hagia Sophia, oder das, was wir von unserem Standpunkt dafür hielten.
Auf unserem Weg lag allerdings noch das Viertel vor dem Grand Bazar, was sich prima truf, denn wir brauchten noch Brotwender und Armani-Uhren. Also haben wir das auch noch mitgenommen, nicht ohne die wirklich beeindruckende Markthalle zu fotografieren.

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Und wer auf Gewürze steht, ist hier genau richtig:

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Auch wenn es auf dem Bild nicht danach aussieht, es herrscht Gedränge, was ja auf einem Markt nichts Ungewöhnliches ist. Und wir haben sogar den klassischen deutschen/amerikanischen/westeuropäischen (nichtzutreffendes streichen) männlichen Touristen getroffen: Sneaker, weiße Socken, Basecap, Spiegelreflex, Gürteltasche. Die trifft man ja auch überall. Bitte erschießt mich, sollte ich irgendwann mal so durch fremde Länder streichen!

Kurzum, den Basar überlebt und gleich gen Tempelberg, ich korrigiere, Moscheehügel. Schön touristisch zurechtgemacht, alles gut erschlossen, beschildert und sauber gehalten.
Vor der Hagia Sophia standen die Massen, deswegen haben wir uns um die Ecke zu den Mausoleen geschlichen, bei denen ersten der Eintritt frei ist und die zweitens, fotografisch auch ganz nett waren:

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Ganz ehrlich gesagt, hat mich die Blaue Moschee mehr beeindruckt. Warum? Ähnliche Größe, architektonisch ansprechender, nicht so überlaufen:

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Zurück ging’s dann per Tram, die uns beinahe vor der Haustür rausgelassen hat. Und auf dem Heimweg lag passenderweisende der Barbier, bei dem ich mir die geplante Rasur abgeholt habe. Für 3,50 € kann man da nicht meckern und besser als mit allen Gillettes ist es allemal.

Jetzt erstmal einen kleinen auf diese Stadt trinken und dann ein Nickerchen…

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Bis morgen…

Welcome to Istanbul



Welcome to Istanbul, ursprünglich hochgeladen von Kraetzsche

Erster Abend in dieser verrückten Stadt!

Angekommen, durch den Verkehr gekämpft, das Appartement gefunden, die Dachterrasse entdeckt. Und dann dieser Ausblick!

Einer der ersten Eindrücke ist dieser wilde Mix in der Architektur. Alte Gebäude aus der Zeit um 1900 wechseln sich mit Glas und Stahl aus der Neuzeit ab. Eine Gemeinsamkeit haben sie alle – es wird in die Höhe gebaut.

Auf der Hauptstraße, der istikâl Caddesi ist es am Abend trubelig und voll. Dort geht es eher in Richtung Touristennepp und weniger um das Vermitteln eines einzigartigen Gefühls. Starbucks und Mc Donalds sind dort genauso zu finden wie Straßenhändler, die heiße Kastanien feilbieten.

Der Blick über den Bosporus hat etwas unheimlich beruhigendes, das haben Martin und ich gestern beim Lümmeln in den Sofas auf der Dachterrasse feststellen dürfen. Dazu ein kaltes Efes, und alles andere ist egal.

Für die nächsten Tage folgen die kleinen Projekte „Kultur“, „Barbier“ und „Hamam“…

Mehr dazu dann hier.

Allahaismarlsdik!

Vorfreude

Morgen geht’s los…mehr wird folgen…

thinking of you



thinking of you, ursprünglich hochgeladen von Kraetzsche

2012 will be the year